Der Musikverein Kerlingen
Im Jahre 1968 konnte der Hobbymusiker Hubert Müller seine Idee realisieren, einen Musikverein zu gründen. H. Müller, Militärmusiker im französischen Musikcorps Straßburg, suchte und fand zunächst im nächsten Umkreis, seine Kinder und dann 3 weitere Schüler aus der Nachbarschaft. Er besorgte zumeist alte ausgediente Instrumente und bildete seine Schüler/innen selbst aus. Als Hubert Müller noch weitere 6 Schüler/innen sowie wenige Inaktive fand, gelang es ihm den Orchesterverein Kerlingen am 9. August 1969 gründen.
In der Gründungsversammlung wurde Hubert Müller zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter war Viktor Schönberger, Schriftführer wurde Josef Arweiler und zum Kassierer Wendel Tholey ernannt.
Noch im selben Jahr gelang es H. Müller, die Aktiven soweit auszubilden, dass sie erstmalig am Volkstrauertag aufspielen konnten. Der nächste Auftritt war dann die Altenehrung im Dezember. Die erste Uniform der mittlerweile 18 Aktiven war eine selbst geschneiderte rote Weste sowie ein Franzosenhut mit Federbusch (Wunsch und Idee H. Müller).
Anfangs suchte H. Müller jeden Musiker. Gitarre, Akkordeon waren damals im Musikverein willkommen, woraus sich dann doch wenig später ein typisches Blasorchester entwickelte. Hubert Müller, Dirigent und gleichzeitig Tubist, studierte in erster Linie traditionelle Blasmusik sowie bekannte Schlager ein. Showeinlagen im Trompetenecho konnten bei auswärtigen Auftritten für Begeisterung beim Publikum und für Motivation im Orchester sorgen.
Aus privaten Gründen verließ H. Müller den Musikverein im Jahre 1975. Er bat Kurt Jungmann, die Verantwortung im Verein zu übernehmen.
Zunächst musste K. Jungmann als neuer Vorsitzender auch die Aufgabe des Dirigenten übernehmen, musste von Trompete auf Tuba umsteigen, musste dirigieren und gleichzeitig spielen, - kein guter Zustand für einen aufstrebenden Verein, der im selben Jahr seinen Mitgliederstand mehr als verdoppeln konnte.
1977 hatte der Musikverein, mittlerweile umgetauft auf „KERLINGER MUSIKANTEN“ ,110 Mitglieder.
Da das Musikniveau unter den oben genannten Bedingungen stagnierte, war es für alle Aktive interessant und auch erstrebenswert, musikalisch mehr zu leisten.
Der Musikverein Ittersdorf-Düren hatte in Arnold Ludwig einen talentierten Dirigenten, der mehr wollte.
Ittersdorf-Düren überaltet, Kerlingen jung, - daraus erwuchs seine Idee, ein neues Orchester zu formieren, das dann auch ein weit höheres Niveau erstreben könnte.
Im Sinne besserer Blasmusik wurden am 7.10.1977 beide Orchester integriert, wobei ein getrennter Vorstand und getrennte Kassen geführt wurden, was sich bis heute auch noch bewährt hat.
Arnold Ludwig vermochte es, durch geschickte Auswahl der Musikstücke und intensive Probenarbeit neben traditioneller Blasmusik auch moderne Kompositionen einzustudieren, so dass kontinuierlich das musikalische Niveau höher geschraubt werden konnte.
Leider verstarb unser damals junger Dirigent am 5.4.1994 an schwerer Krankheit. Die mittlerweile fest zusammen- gewachsene Musikgemeinschaft Kerlingen-Ittersdorf/Düren wollte in seinem Sinne weiterarbeiten.
Stefan Himbert war bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Bis heute hat er es sogar geschafft, das musikalische Niveau kontinuierlich weiter zu heben.
Die Musikgemeinschaft Kerlingen, Ittersdorf-Düren hat derzeit ca. 40 Aktive.
Das Orchester spielt ein breit gefächertes Repertoire, von Klassik über Musical, traditioneller Blasmusik, Filmmusiken bis zum modernen Hit. Das musikalische Niveau liegt meist in der Mittelstufe, wobei für Konzerte auch Oberstufenliteratur einstudiert wird.
Der Musikverein ist aus dem dörflichen Geschehen Kerlingens nicht mehr wegzudenken.
Mehr als 1000Auftritte bzw. Veranstaltungen, auch außerhalb unseres Ortes , unserer Gemeinde und über die Grenzen hinweg , beweisen, dass der MVK auf kultureller Ebene als der Verein Kerlingens gilt.
Der Musikverein finanziert seine immensen Kosten (Instrumentenbestand: ca: 30.000€, Elektronik: 10.000€,
Ausbildung 5000€……………………) mittlerweile fast nur aus Karnevalveranstaltungen.
Auch Geselligkeit wird im Musikverein ganz groß geschrieben. Vereinsfahrten nach Bayern, Österreich , Südtirol, zudem viele Tagesfahrten (Vogesen/Luxemburg/Pfalz/Saarland), Familienabende, Wandertage, Zeltlager, Helferfeste….....zeugen davon.
Eine Spezialität des Musikvereins sind seine Kappensitzungen, die aus Familienabenden entstanden und seit Mitte der 70er Jahre offiziell wurden.
Die Sitzungen sind mittlerweile äußerst beliebt und im Vorfeld ausverkauft.
Dies unterstreicht auch der folgende Bericht der SZ vom Februar 2003 von Heinrich Lessel (Landespressewart).
Stimmung bis zum Siedepunkt
Off em Gau sorgte der MV Kerlingen für eine tolle Gaudi-Sonderapplaus für „Hoflerchen“
Allen närrisch infizierten Freunden des Faasendtreibens, die (noch) der Meinung sein sollten, dass sich auf dem Saarlouiser Gau nur „Fuchs on Haas gudden Naaht saan“, sei kundgetan, dass“ datt net so ess“.
Was die Musiker und Musikerinnen des Musikvereins Kerlingen im überfüllten Saal EHL an karnevalistischem Schwung präsentierten war großartig.
Da war vor allem der Vereinsboss Kurt Jungmann, der nicht nur gekonnt durch das fünfstündige Programm führte, sondern das in wohlgesetzten Reimen tat. Und auf Kerlinger Dialekt reimt sich unendlich viel.
Das Köstlichste an den närrischen Sitzungen des Musikvereins war der Lokalkolorit, mit dem die Akteure ihre Auftritte und Büttenreden zu würzen verstanden. Da begeisterten die kleinen und großen Nadelstiche (Anmerkung KJ: Die konnte unser „ausländischer“ Schreiber eigentlich selten zuordnen, z.B. ESELN; BÄR, BAFFO, ENNER LOCH.....) . Vor allem die Sermlinger Hoflerchen, geführt von Otmar Breuer, konnten in ihrer traditionellen Bekanntmachung, so manche schon vergessen geglaubte Gau-Episode in Erinnerung riefen. Schon der von der Blasmusik (Anmerkung: unserer super vereinseigenen 8-Mann(Frau) Blaskapelle) umrahmte Einzug mit der „Heidewitzka“ – Melodie (Heit es Stemmung bei us em Saal...) war einfach klasse, und ihre Bekanntmachungsgaudi mit einem zünftigen Ausscheller (BEKANNT GEMACH GEFT GENN:.....) und ihr Sketch mit den Pseudopianisten war einer der vielen Höhepunkte, mit denen der Musikverein seit Jahrzehnten die Gauorte nicht nur musikalisch in der Kerlinger Narrhalla in Schwung hält, das Gemeinschaftsleben bereichert. „Da Fasends – Hit - MVK en da Bitt“ lautete das Motto, und reichlich mit tänzerischer Würze steuerte der Tanzsportclub dazu bei, dass der Abend zu einem vollen Erfolg gedieh. Da waren die drei jungen Tanzpärchen im zarten Alter zwischen fünf und neun Jahren, die sich schon auf Landesebene unter ihrer Trainerin Margit Dillinger und ihrer Vorsitzenden Anita Schneider („Mutter der Kompanie“) hervortaten, ebenso zu nennen die Tanzmariechen Jeanette und Sandra sowie die Tanzformationen, mit denen die TSC- Mäddja die Stimmung im Saal zum Siedepunkt brachten.
In die Bütt stiegen Christoph und Anja Arenskötter als „disharmonisches Ehepaar“, das Jäger-Duo (Andreas Danisch/Markus Fontaine), ein hoffnungsvoller AZUBI (Dominik Schuhn), das streitlustige Duo( Rosi Gillo/ Hanne Grüneisen), die Schwaadschnessen Anette Gergen, Conny Schuhn, die ebenso das Zwerchfell strapazierten wie Andrea Tröster und Andrea Haas im Sketsch „3Tugenden“oder der „Rathaustelefonist“ Oliver Ehl, der „keen Blatt for et Maul“ gehall hott“ und Kuriositäten Schlag auf Schlag servierte.
Anmerkung (Kurt Jungmann):
Da Herr Lessel nicht unsere ganze Sitzung erlebt hat, möchte ich auch unsere weiteren Programmpunkte in Erinnerung bringen.
Die SVK Damen konnten das Publikum mit einem tollen Medley (Jive bunny , Choreografie Tanja Langendörfer) mitreißen. Richard Matyssek ( Veronika, der Lenz..; Dona Clara, ... grüner Kaktus) brachte mit seiner vollen Tenorstimme etwas fürs Herz. Und dann war da noch unsere charmante Sängerin Sonja Theobalt, die es wieder verstanden hat, den Saal 3x zum Kochen zu bringen, und das mit einem Marschliederpotpourri, mit Schunkelliedern und schließlich mit dem umgetexteten Finalsong „Unsere kleine Kneipe“.
Nicht zu vergessen Regina Jungmann: „es doch klar - „Sexieste Tanzmaus westlich der Saar“ . Sie sorgt schon seit Jahren für Bombenstimmung .
Als Gag ein Play-back: Oh leck... wieder Spitze: Ingo, Shaker, Joschd und Krissy- da war Zugabe vorprogrammiert.
Unsere Damen vom MVK (Choreografie Andrea Haas, Kostüme: Eigenregie) haben im 2. Teil wieder mit einem tollen Showtanz begeistert.
Salem Aleikum zum Finale (Choreografie Silke Müller, Kostüme Anita Schneider), mit Knopp on Top“ , mit Haremsdamen, mit Scheich, mit Eunuchen, Palmenwedeln..., ein Showpunkt, eine Augenweid`, da war Kuwait nicht weit.
Wir vom MVK bedanken uns an dieser Stelle bei der AH-Kerlingen, die uns in den letzten Jahren immer einen tollen Schlusspunkt setzt.
Ich bedanke mich bei unserem treuen Publikum, bei den über 70 Akteurinnen und Akteuren, allen Helferinnen und Helfern und hoffe auf die gleiche Unterstützung, Mitwirkung, Stimmung und Interessenten im nächsten Jahr.
„Weiterempfehlung nicht erwünscht“.
Mit freundlichen Grüßen
Kurt Jungmann, Organisator
Dass Kerlingen seit Jahren als Fastnachtshochburg auf dem Gau steht, ist seit vielen Jahren bekannt.
Mittlerweile besuchen unsere Kappensitzungen viel mehrGäste als der Ort Kerlingen Einwohner zählt, und der BÜDDENBACHERBALL am Rosenmontag sprengt zur Zeit sowieso den Saal Ehl.
Der MVK heute
Vorsitzender. Kurt Jungmann
Stellvertreter: Christoph Haas
Kassierer: Schmidt Werner
Schriftführer.‑ Thomas Arweiler
Beisitzer: Arenskötter Helmut , Görg Jürgen und Gabi, Andreas Hübner, Ruth Meyer
Dirigentin: Kerstin Himbert; Stefan Himbert ; Tanja Theobald ( Jugend )